Jade Regent

Ewiges Eis
Weißer Drache, weißer Sturm

Die Reise begann für unsere Helden eher entspannt. Es war zwar kühl, aber sie waren gut ausgerüstet. Auch Nahrung war reichlich vorhanden, hatten sie doch mit allerlei magischen Utensilien nachgeholfen.
Doch schon nach den ersten Tagen sollte ihnen die Gefahr der Reise klar werden:
Sie mussten sich einem Frostriesen und seinem Begleiter, einem Frostwolf stellen, die in den Landen nördlich von Kalsgard Position bezogen hatten. Der Riese griff ohne zu zögern an und kämpfte bis zum Tod. Erst als er blutend im Schnee lag, konnte man seine letzten Worte hören: “Ein ehrenhafter Tod im Kampf.” Allem Anschein nach war der Riese zum Sterben in das Land seiner Vorväter gekommen. Bei seinen Überbleibseln fanden die Helden zudem die Leiche eines weiteren Führers durch das Eis, einem Kollegen von Ulf, sowie einen gepanzerten Wagen und eine Karte des Hohen Eises. Mit dieser magischen Karte war die Reise durch die weiße Wüste noch etwas leichter.
Doch das Eis wartete mit weiteren Gefahren. Fast wären die Helden einer Flammenhexe zum Opfer gefallen, die die Illusion einer Rasthütte erzeugt hatte. Kaum hatte sie die Helden in die Hütte gelockt, griff sie sie zusammen mit zwei Irrlichten an. Nur gemeinsam gelang es, die Hexe, die mit grausamem Feuer wütete, zu besiegen.
Die folgenden Reisetage verlieren ohne größere Zwischenfälle, hatten sich die Helden doch für eine etwas längere, aber weniger gefährliche Route entschieden.
Als sie an den Rand des Hohen Eises kamen, offenbarte sich ihnen jedoch eine weitere Gefahr: Am Horizont sahen sie für kurze Zeit die Silhouette eines weißen Drachen am Himmel.
Ulf schlug vor, eine Siedlung der Erutaki zu besuchen, jener Einwohner des Ewigen Eises, die seit Generationen gelernt hatten, im diesen Gefilden zu leben.
Doch ihr Eintreffen dort stand unter einem dunklen Stern. Kaum hatten sie die große Wohnhöhle betreten, da wurden sie schon als Unheilsbringer vom Schamanen des Dorfes beschimpft. Er prophezeite, der Drache würde zurück kommen, wenn nicht einer der Fremden als Opfer dargebracht würde.
In einem Wortgefecht mit dem Alten gelang es den Helden das Dorf davon zu überzeugen, dass er Alte log und dass sie sogar, wenn auch mit Angst in den Knochen, helfen würden, das Dorf vor dem Drachen zu beschützen.
Daraufhin versuchte der Alte mit Hilfe von Magie zu fliehen, womöglich sogar, unsere Helden anzugreifen. Doch seine Magie konnte jener von Mizuki nichts entgegen setzen: Sie antarnte ihn, und gemeinsam brachten sie den Mann zu Fall, töteten ihn jedoch nicht.
In einem Verhör und in einer Befragung der Anführerin des Dorfes wurde klar, dass der Alte vorher nicht so gewesen war, etwas hatte ihn verändert, ihn verbittert und hasserfüllt gemacht. Sein Lehrling konnte schließlich neue Hinweise geben: Der Alte war auf seinem Weg zum Meditationsplatz immer wieder verschwunden. Als sie diesen Ort absuchten, stießen die Helden auf einen Geheimgang. Dort, hinter einigen eisigen Wächtern, fanden sie zerstörte Eier eines weißen Drachen, sowie Hinweise auf eine Herrin, der der Alte gedient hatte. Zudem offenbarte sich, dass diese Herrin, allem Anschein nach eine Oni, darauf aus war, die Helden, vor allem aber Ameiko aufzuhalten und zwar indem sie die Schneestürme des Ewigen Eises mit Hilfe besonderer Magie zu kontrollieren gelernt hatte. Jeder Versuch, den Weg von Anghei zu gehen, würde in der Falle der Hexe enden.
Uneinsichtig trotz seiner Taten, blieb unseren Helden nichts übrig, als den Alten schließlich zu töten und seine Seele den Göttern zu übergeben. Er wäre mit seiner Zauberkraft eine viel zu große Gefahr in Abwesenheit der Helden gewesen.
Nach längerer Planung und Ausrüstung mit neuen Steigeisen durch die Erutaki machten sich die Helden auf den Weg zum Hort des weißen Drachen.
Durch die Zerstörung ihrer Eier war die Weiße offenbar noch so in Rage, dass sie unbedacht kämpfte, sehr zum Glück unserer Helden. Zornentbrannt stürzte sie sich auf sie, so dass die Krieger sie gemeinsam bezwingen konnten.
Dankbar über die Hilfe schickten die Erutaki unsere Helden mit guten Wünschen und einem mächtigen Schutz vor der Kälte, einem Banner des Wohlbefindens, auf den Weg zu dem besagten Turm, wo die Hexe sich eingenistet hatte.
Je näher sie dem Turm kamen, desto kälter und stürmischer wurde es. Schließlich wurde das Gelände so uneben, da der Turm in der Nähe eines Gebirges lag, dass die Wagen nicht mehr voran kamen. Unsere Helden mussten zu Fuß weiter.
Als sie schließlich an dem Turm ankamen, blickten sie, nach einem kurzen Angriff am Eingang des Turmes an ihm hinauf. Über einhundert Meter ragte der schwarze Turm in die Höhe, an seiner Spitze wirbelte ein Mahlstrom aus Sturm- und Schneewolken und in dessen Zentrum glomm die Spitze des Turmes in einem gefährlichen blau.
Mit zusammengebissenen Zähnen nickten die Helden einander zu und betraten den Turm.

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Der Tod des Schatten
Eine Festung im Fels

Von den Taten Ariks entsetzt erkannte die Ehrenwache den Beschützern Snorris Beute zu. Schließlich hatten sie ihn sogar ohne Waffen im Kampf besiegt.
Als sie seine Schätze durchsuchten, fanden sie weder Suishen, noch Ulf. Statt dessen aber einen Beobachter, einen weiteren Beschützer und Wächter: Helgarval, ein cassasianischer Engel. Mizuki erkannte ihn in seiner Gestalt als edel verzierten Helm.
Er berichtete, dass er schon seid einiger Zeit hier sei und die Machenschaften Ariks und Snorris beobachtet hatte, ebenso wie die Machenschaften der Oni. Gerne wollte er helfen, diese Machenschaften aufzuklären.
Während Mizuki, Shen und Fremder die Schätze begutachteten, durchsuchten Isamo und Tian die Angreifer. Isamo identifizierte die Angreifer als Ninja, Assassine aus Tian. Sie trugen das Symbol eines Jade-Raben bei sich. Die Ehrenwache konnte sagen, um es sich hierbei handelte: Das Symbol der Eisigen Schatten, einer gefährlichen und tödlichen Diebesgilde, die in Kalsgard ihr Unwesen trieb.
Als die Beschützer mit diesen neuen Informationen das Schiff verließen, konnte der Engel etwas mehr berichten: Er wusste, dass die Eisigen Schatten unter dem Mantel der Eisläufer-Gilde hier in Kalsgard operierten. Und mit diesen hatten die Beschützer schon einmal zu tun gehabt: Sie hatten ihnen das Schiff der Ulfen-Angreifer zurück gebracht, in dem Glauben, die Eisläufer-Gilde hätte es tatsächlich nur vermietet. Nun warfen die neuen Erkenntnisse ein ganz anderes Licht auf die Geschichte.
Die Beschützer beratschlagten, was zu tun sei: Ob sie versuchen sollten bei den Eisläufern einzubrechen. Doch die Gilde hatten einen makellosen Ruf in der Stadt. Selbst bis zum König hatte die Anführerin der Gilde Thorborg Silverskorr Beziehungen.
Und so entschieden sie sich für einen unauffälligeren Weg. Mit den Schätzen als Handelsware verkleidete sich Mizuki als Händlerin und bot der Eisläufergilde ihre Waren an. In einem privaten Gespräch wollte sie einen der Händler der Eisläufergilde dann bezaubern.
Doch noch auf dem Weg wurden sie von einem Raben aufgehalten. Einem Raben, den sie schon mehrfach gesehen hatten: Einmal bei dem Angriff auf sie durch die Ulfen und einmal in der Stadt. Dieser übergroße Rabe krächzte einmal und vor den Beschützern brach ein Erdelementar aus dem Boden und versuchte sie zu vernichten.
Doch die Waffe von Fremder, geschmiedet aus dem Metall eines Sterns, fraß sich durch den Stein und ließ das Wesen wieder zu dem werden, was es gewesen war: Ein lebloser Haufen Stein im Boden.
Eilig, in der Vermutung, dieser Rabe könnte die Eisläufer warnen, gingen Mizuki und die anderen Beschützer zur Eisläufergilde.
Ihr Plan ging auf und der bezauberte Händler verriet seiner neuen Freundin ohne zu zögern, dass er auf einige sehr hohe Ausgaben in den Büchern gestoßen sei, und dass diese alle aus irgendeinem Grund an einen Ort namens Ravenscraeg geflossen seien.
Ravenscraeg war einigen der Menschen Kalsgards ein Begriff: Es war das Anwesen von Snorri Steinauge, der es hoch in den Bergen hatte bauen lassen, in dem glauben, das Ende der Welt stünde bevor.
Die Beschützer machten sich auf den Weg dorthin.
In dieser gut geschützten Festung stellten sich die Beschützer erst den Wachen und ein paar Ninjas der Eisigen Schatten. Hier lernten unsere Beschützer vergiftete Waffen zu fürchten, denn dieses tötete fast Fremder und Mizuki.
Zum Glück trug diese mehrere Tränke der schwachen Wiederherstellung bei sich.
Dann wurde die Gegenwehr stärker und der Hauptmann der Wache, ein Ulfen-Werbär focht einen Zweikampf mit Fremder aus.
Sie stellten dem Blutraben, welcher sie so oft beobachtet hatte und der sich als intelligentes Wesen mit Magiebegabung herausstellte.
Und schließlich, nach zwei weiteren Troll-wachen und einem gefährlichen Ausbilder, einer Kriegerin, geschult in der Kunst der Ninja und der Mönche, fanden die Beschützer, sonderbar achtlos liegengelassen in einem Brunnen, das Schwert Suishen.
Dieses berichtete, dass es vom Anführer der Eisigen Schatten in den Brunnen geworfen worden war, da diesem es nicht gelungen war, es zu zerstören. Offenbar hatte der Anführer die Hoffnung gehegt, das Schwert würde dort unten rosten.
Von dem Schwert auf einen Geheimgang hingewiesen, drangen die Beschützer weiter in die Festung vor. “Dort unten ist eine begabte Zauberkundige”, warnte Suishen sie.
Und so schlichen Oboskuru und Tian tiefer in die Festung. Dort fanden sie tatsächlich jemanden, doch er wirkte eher wie ein Krieger. Erst noch weiter fanden sie in einem Raum eine Frau, die zu meditieren schien. Sie versuchten sie, mit dem Gift, welches sie beiden Ninja gefunden hatten, zu vergiften, doch erst kurz darauf erkannten sie ihren Fehler: Zauberin und Anführer hatten mit Hilfe ihrer Kräfte ihre Gestalt verändert. Die Frau verwandelte sich in eine gewaltige Kriegerin, während jenes Wesen, was wie ein Krieger aussah, versuchte einen Zauber anzusetzen. Doch Tian unterbrach ihre Konzentration mit einem Pfeilhagel.
In einem Kampf, indem ein Zauber Mizukis den Anführer der Eisigen Schatten kurz außer Gefecht setzte, doch lange genug, um ihm den Todestoß zu versetzen, endete die Schlacht in Ravenscraeg.
Es war geschafft: der Eisige Schatten warnicht mehr. Dieser Arm vom Körper der Fünf Stürme, jener Oni, die sich in Minkai gegen den Kaiser und das Land gestellt haben, wurde von den Beschützern abgeschlagen.

Ulf Gormundr, der Ziehvater von “Fremder”, der sich im Gefängnis in Ravenscraeg findet, umarmt seinen Sohn dankbar, als er aus dem Gefängnis befreit wird. Auch wenn es sonderbar aussah, wie jener, der den kleineren Vater nannte, diesen um zwei Köpfe überragte.
Anschließend dankte Ulf den Beschützern auf diese so stoische Art der Ulfen, welche die Beschützer in den vergangenen Tagen kennen gelernt hatten. “Was auch immer ich für meine Rettung tun kann, werde ich tun, ich schulde es euch.”
Sehr schnell ist für ihn klar, was es ist, was er für die Beschützer tun kann: Ihnen helfen durch das ewige Eis zu reisen.
Und der Ulfen erklärte sich dafür bereit.
Doch er warnt die Beschützer auch: “Ihr müsst vorbereitet sein, gut vorbereitet. Das ewige Eis kann einen schnell töten. Dort gibt es nicht nur die Kälte. Auch ein seltener Pilz kann die Nahrung, die wir transportieren, zerstören, ohne dass man etwas merkt. Eisspalten können eine einfache Tagesreise zu einem Umweg von mehreren Tagen werden lassen. Schlimmer noch, wenn sie unter dem Schnee verborgen sind, nicht gefunden werden und eure Wagen oder Schlitten abstürzen, kann ein Weg zu Fuß durch das Eis das Ende sein. Und das ewige Eis ist nicht tot. Viele Kreaturen leben dort, warme, wie kalte: Yetis, Frostwürmer, Eiselementare und… Drachen. Nicht zu vergessen die Untoten. Wesen, die im Eis gestorben sind und niemals Ruhe gefunden haben.”
Der Mann hatte grimmig genickt.
“Also bereitet euch vor. Bereitet euch gut vor. Denn wenn wir einmal im Eis sind, gibt es kein Halt, keine Gnade. Dann gibt es nur den Weg vorwärts oder zurück. Und das eine kann ebenso den Tod bringen wie das andere.”

Seine Worte beherzigend rafften die Beschützer alles an Gegenständen zusammen, was sie gefunden hatten, um sie unter sich aufzuteilen, oder sie zu verkaufen und sich auszurüsten, für diese lange Reise, von der Ulf gesagt hatte, dass sie mindestens drei Monate, oder auch bis zu einem halben Jahr dauern könnte.
Zu aller Freude wurden die Beschützer nach ihrer Rückkehr nach Kalsgard fürstlich von Sven Snaeveld belohnt, der, nachdem die Blutrache für seine Diener durch die Beschützer durchgeführt wurde, ihnen 4000 Gold als Blutgeld überreichte.
Zudem wurde, nachdem Ulf die Kunde über die Eisläufer Gilde und die Wahrheit über dessen Anführerin Thorborg bekannt machte, diese vom König enteignet. Kurz darauf sprach niemand mehr über diese Gilde. Zumindest nicht öffentlich. Und auch nicht, dass es dieser Täuscherin gelungen war, sogar den König selbst hereinzulegen.

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Eisige Schatten (der Vergangenheit)
Kalsgard

Der Kami offenbarte den Reisenden, oder nun Vertrauten von Ameiko noch mehr.
Auf seiner Flucht vor den Oni hatte der Großvater Ameikos das Familienschwert des Hauses Amatatsu verkauft. Es war notwendig gewesen, um seine Familie zu retten. Aber der Kami hatte alles behalten:
Fynn Sneaveld in Kalsgard hatte das Schwert damals gekauft. Und Shuishen, so offenbarte der Kami, war eine intelligente Waffe und wusste mehr über das Haus Amatatsu, diente es diesem doch schon seit vielen Generationen.
Ameiko brauchte etwas, um diese Information zu verdauen. Der letzte Erbe eines ganzen Kaiserreiches zu sein, behagte ihr nicht. Doch was war die Alternative: Dieses Land den grausamen Oni zu überlassen.
Nach einigen Gesprächen mit ihren neuen Gefährten, die versprachen, sie mit allen Mitteln zu beschützen, willigte sie ein: Sie würde mit ihnen kommen und ihren rechtmäßigen Platz als Herrscherin Minkais einnehmen. Zumindest wollte sie es versuchen.
Und so führte sie der Weg in die eisigen Lande der Ulfen und direkt nach Kalsgard auf der Suche nach Suishen oder Fynn Snaeveld.
Doch das, was das Siegel bemerkt hatte, in dem Moment, als es aus dem Schutz genommen worden war, war nun gewarnt. Und hatte Vorkehrungen getroffen.
So wurden unsere Reisenden noch vor Kalsgard von einem Schiff mit Ulfen angegriffen, während sie lagerten. Doch die Ulfen hatten nicht mir solcher Gegenwehr und solcher Magie gerechnet. Innerhalb kürzester Zeit waren nur vier von ihnen übrig, die Hals über Kopf flohen.
Mit stolz geschwellter Brust nahmen unsere Helden das Schiff an sich, mit dem die Ulfen zu ihnen gekommen waren und brachten es in eine Stadt zurück, um es dort zu verkaufen. Dort erfuhren sie, dass das Schiff von einer Handelsgilde aus Kalsgard geliehen worden war. Dankbar für den Fund überreichte man ihnen einen Finderlohn, nicht wissend, dass sie mit dieser auffälligen Handlung jene Schatten in Bewegung brachten, die nur auf sie gelauert hatten.
So machten sie Bekanntschaft mit “Fremder”, dem Berg von Kalsgard. Mit einer geschickten Lüge über das Verschwinden seines Ziehvaters gegen die Begleiter Ameikos aufgebracht, wäre es fast zu einem Kampf gekommen. Vor allem, da sich den Begleitern ein alter Krieger, einer jener Wächter von Ameikos Großvater vorgestellt hatte, der ebenfalls versuchte, jene zu beschützen.
Nur die Besonnenheit aller sorgte dafür, dass an diesem Abend kein unschuldiges Blut floss. Erbost über die Täuschung bat “Fremder” seine Hilfe an, bei dem Streit, den Ameiko hatte. Denn wer auch immer ihn auf diese Frau und ihre Begleiter angesetzt hatte, wusste womöglich etwas über den Verbleib seines Ziehvaters Ulf Gormundr.
Als dieser Name fiel, wurde den Helden klar, dass dies kein Zufall sein konnte. Denn Ulf war der einzige freie Kundschafter, der es vermochte durch das ewige Eis zu reisen. Ohne ihn würde eine solche Reise tödlich enden.
Doch es gab nicht nur gute Worte. Schlechte Kunde aus seiner Heimat veranlasste Tobias, unverzüglich aufzubrechen, denn sein Vater lag im Sterben. Niedergeschlagen, die neu gewonnenen Freunde im Stich lassen zu müssen, brach der junge Magier in seine Heimat auf.
Mit neuen Begleitern machten sich die Beschützer Ameikos auf, Fynn Snaeveld zu suchen. Und erfuhren von ihm, dass das Schwert vor kurzem gestohlen worden war. Dabei war seine gesamte Dienerschaft getötet worden. Nur einer hatte ihm noch eine Nachricht mitteilen können, etwas, in dem er keinen Sinn sah: “Etwas mit Gerechtigkeit und Löwe.”
Für die Beschützer jedoch machte dies Sinn. Denn sie hatten einen oder sogar mehrere Löwen gefunden: Die Angreifer auf dem Schiff hatten alle einen solchen Armreif mit einem Löwen darauf getragen. Fynn erkannte den Armreif und das Symbol darauf.
“Dieser Armreif ist das Symbol von Arik Langzahn.”
Mit diesem Namen machten sich unsere Beschützer auf zu dessen Hof.
Dort fanden sie ihn mit einer großen Menge von Anhängern. Offenbar bereiteten sie ein Fest vor.
Der Schwertmeister, jener neu Begleiter der Beschützer, zog seine Waffe und schlug damit mit einem Streich einen Holzscheit in der Mitte durch.
Von dieser Tat eingeschüchtert, wichen sie für einen kurzen Moment zurück.
Diesen Augenblick nutzten die Beschützer, um Arik zu stellen, doch er wollte sie angreifen, als sie nach dem Verbleib des Schwertes fragten, und nach dem Ziehvater von “Fremder”.
Der Hüne zögerte nicht, sondern streckte, als sie versuchte ihn zu verzaubern, der Frau Ariks mit einem Schlag nieder. Arik selbst schlugen sie nieder, um ihn zu befragen.
Die Gäste Ariks hatten nun Mut gefasst, wollten ihren Herren und Gastgeber beschützen, doch den Waffen und Zaubern der Beschützer konnten sie nichts entgegen setzen. Kurz darauf flohen die letzten Überlebenden.
Der Schwertmeister stellte sich Arik gegenüber und drohte ihm mit größeren Gefahren, wenn er nicht antworten würde, wo Schwert und Ulf waren.
Doch die Antwort des Kriegers blieb aus. Aus seinem Mund ergoss sich ein Schwall aus Blut und er war tot, noch bevor er auf dem Boden aufschlug.
Entsetzt wichen die Helden zurück.
Mizuki fand heraus, dass Arik mit einem sonderbaren, fremden Zauber belegt war, der seinen Tod gefordert hatte, bevor er hatte reden können.
Den einzigen Hinweis, den die Beschützer fanden war die Information der Diener Ariks.
“Er hat damit geprahlt, dass Ulf Gormundr bald nach Valhalla eingehen werde, ebenso wie sein Herr Snorri Steinauge.”
Hastig brachen die Beschützer auf, als sie erfuhren, dass Snorri Steinauge noch heute Nacht auf seinem Schiff verbrannt werden sollte.
Mit Worten von Ehre und über die Schmach von Arik traten die Beschützer der Ehrenwache am Kai des Schiffes von Snorri entgegen.
Unter dem Versprechen, dem Toten Ehre zu erweisen und die Waffen an Land zu lassen, durften sie nach dem Verschwundenen suchen. Nur Tian folgte einem unguten Gefühl im Bauch und blieb mit seinem Bogen an Land.
Was sie fanden, war etwas anderes: Snorri Steinauge, niemals ins Reich der Toten eingegangen, sondern verwandelt in einen Untoten.
Während Fremder, Mizuki und Shen sich gegen Snorri verteidigten, bewachten Tian und Isamo das Deck. Rechtzeitig, bevor sie einen tödlichen Streich landen konnten, entging Tian nicht, dass sich vier maskierte Krieger Isamo genähert hatten, um ihn zu töten.
Erneut eingeschüchtert von dem Gebahren des Schwertmeisters fielen die Krieger den Pfeilen Tians zum Opfer.
Nun mischte sich auch die Ehrenwache ein und wollte wissen, was hier geschah.
Entsetzt über den Untoten Snorri wurde klar, das Arik Snorri als letzten behandelt und auch auf das Schiff gebracht hatte. Man erkannte Arik selbst nach seinem Tod noch seine Ehre ab.

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Die zerstörte Stadt Bri'wa
Spuren der Vergangenheit

Die zerstörte Stadt war ein Mysterium. Sie war vor ungefähr dreißig Jahren über Nacht zerstört worden.
Tobias fand heraus, dass der geschriebene Brief im selbem Jahr datiert war, wie die Zerstörung der Stadt und einige weitere Nachforschungen ergaben, dass der Brief sogar im selben Monat geschrieben worden war.
Es wurde sogar noch verwunderlicher, als sich die Burg der Stadt als durchaus belebt herausstellte, regiert von einer absonderlichen Kreatur, welche die Reisenden mit einigen Nachforschungen als eine böse Art von Geist identifizieren konnten: ein Oni. Jene Geister, die sich der himmlichen Ordnung widersetzten, ihrer natürlichen Aufgabe widersprachen und so zu dunklen Geistern wurde, besessen von der Vorstellung die göttliche Ordnung und alle Schöpfung zu zerstören. Wenn sie dies auch nicht selbst konnten, dann doch Beeinflussung und Manipulation.
So hatte auch dieser Geist, der körperliche Gestalt angenommen hatte, unzählige Kreaturen um sich geschart, um Unheil zu stiften.
Während die Reisenden die Festung nach Hinweisen durchsuchten, stießen sie auf Grausamkeiten, die hier geschehen sein mussten. Denn an vielen Stellen zeigte die Festung noch uraltes Blut an den Wänden und Erscheinungen von grausamem Gemetzel an Soldaten, deren Geist keine Ruhe fand.
Erst als der Oni selbst und ein mächtiger dämonischer Verbündeter vernichtet waren, fanden die Reisenden den Hinweis, den sie gesucht hatten.
Aber es war etwas vollkommen anderes, so unerwartet und so gewaltig:
Sie entdeckten eine Verschwörung. Eine Verschwörung wider dem Reich Minkai.
Über viele Jahre hatten offenbar die Oni die königlichen Familien des Landes und damit alle möglichen Erben auf den Thron des Landes gejagt und vernichtet. Nur eine Familie war entkommen: Die Familie Amatatsu. Doch die Jäger hatten nicht aufgegeben und sogar in dieser abgelegenen Festung den Großvater Ameikos aufgespürt und vernichtet.
Unwissend von den Oni hatte dieser jedoch einen Sohn gehabt, welchen er bereits im Geheimen in Sicherheit gebracht hatte. Er selbst stellte sich den Oni und fiel im Kampf. In der Hoffnung, dass sein Sohn sicher aufwachsen würde.
Doch sein Geist lebte weiter, keine Ruhe findend. Und als die Reisenden sich ihm näherten und in ihm einen Ahn Ameikos erkannten, sprachen sie ihn darauf an.
Er erzählte ihnen alles. Und sagte ihnen, dass alles zu Ende gebracht werden müsse. Denn die Oni würden niemals aufgeben und alles zerstören, was er einst seine Heimat genannt hatte. Dann zeigte er den Reisenden ein Versteck, in dem sie die Antworten finden würden.
Als diese es öffneten fanden sie ein Siegel, wie es nur bei Königen oder Kaisern verwendet wurde, verborgen in einem Gegenstand, welches das Siegel vor jedem sterblichen Auge, sei es auch noch so mächtig, verbarg. Doch als sie das Siegel ansahen, bemerkte etwas Fremdes sie. Ein alter Feind war aufmerksam geworden und Ameiko brauchte mehr denn je den Schutz ihrer neuen Begleiter. Denn das Siegel, beseelt von einem Kami, einem Dienergeist der göttlichen Ordnung zeigte den Reisenden die Ereignisse in Minkai: Die Oni hatten das Land übernommen, den Kaiser getötet und einer von ihnen hatte den Thron eingenommen. Es gab niemanden mehr, der sich ihm entgegen stellen konnte, alle fünf Familien des Reiches waren vernichtet, alle, bis auf eine: Ameiko Amatatsu.
Und der Kami schwor alle, die Ameiko bis hierhin geholfen hatten auf diese ein, als Beschützer der Familie, alle, die ihr folgen würden in dieses neue Abenteuer, in diese neue, so gewaltige Reise hinein, die auf einmal um so vieles größer war.

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Ein sonderbarer Beginn
Fremder Besuch im fremden Land

Die Reise begann, als sich ein Fremder nach Tian begab.
Tobias war sein Name. Und als Student der Magie und allem Fremden, wollte er Tian kennen lernen. Doch bevor er es sich versah, hatte er sich in einen Konflikt verstrickt. Und mit ein paar Mitreisenden, die eigentlich nur denselben Weg eingeschlagen hatten, wurden sie in den Versuch der Hexen von Shenmen hinein gezogen, die versuchten, das Land Shokuro zu erobern.
Als sie schließlich einen Versuch zurückschlagen konnten, in einer Stadt einige magische Portale zu errichten, trafen sie in dieser Stadt auf eine Händlerin, deren Karawane beschlagnahmt worden war.
Sie versprachen ihr zu helfen und deckten auf, dass selbst die Stadtwache in dieser Intrige involviert gewesen war.
Doch diese Entdeckung sorgte leider dafür, dass die Kreaturen, welche sich bereits in Stellung gebracht hatten nun führungslos durch die Gegend strich und die Karawanen und Händler bedrohten. Erneut bat die junge Händlerin die Helden zu helfen.
Und sie erklärten sich dazu bereit und gingen auf die Suche nach diesen Kreaturen.
Was sie jedoch fanden, war mehr, als sie gedacht hatten und eine Reise sollte beginnen, die ihresgleichen suchen sollte.
Denn auf ihren Reisen fanden sie die Überbleibsel zweier Handelsschiffe, die offenbar vor vielen Jahren an der Küste aufgelaufen waren. Dort griff sie, angetrieben von einem uralten Schwur, der tote Körper eines Samurai an. Bei ihm fanden sie einen Brief, der den Nachnamen der Händlerin trug und von einem sonderbaren Erbe sprach und einem Ort, an dem es versteckt war: Eine aufgegebene Stadt mehrere hundert Meilen im Norden.
Neugierig wollte die Händlerin, Ameiko, sich auf den Weg machen.
Und der neugierige Tobias überzeugte den Rest, mit ihr zu gehen. Schließlich konnte man doch nun etwas neues erleben.

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